Welche Kamera und welches Objektiv verwende ich für die Food-Fotografie?

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Diesmal gibt es für euch keinen Beitrag mit einem Back-Rezept, sondern einen Erfahrungsbericht von mir, über die Auswahl der richtigen Spiegelreflexkamera (DSLR) und die passenden Objektive zum Fotografieren von Lebensmitteln. Außerdem wurde ich gefragt, welche Kamera ich zum Filmen für Youtube-Videos empfehlen kann.

Welches Kamera-Objektiv für die Food-Fotografie

Meiner Meinung nach ist die Wahl des richtigen Objektives viel wichtiger als die Wahl der Kamera selbst. Die meisten Mittelklasse Kameras z.B. von Nikon liefern alle sehr gute Ergebnisse, sodass ich schon lange bei meinem Kameramodell geblieben bin. Als ich dann etwas „professioneller“ im Fotografieren wurde, habe ich bald gemerkt, dass das mitgelieferte Kit-Objektiv meinen Ansprüchen nicht mehr genügt. Kit-Objektive nennen sich die Objektive, die bei den meisten Kameras mitgeliefert werden und heran zoomen können.

In diesem Zusammenhang habe ich mich nach langem Recherchieren und Probieren, dazu entschlossen, ein weiteres Objektiv mit Festbrennweite anzuschaffen. Objektive mit Festbrennweite können nicht heran zoomen, aber bei der Food-Fotografie bewegen wir uns sowieso in einem relativ kurzen Abstand zu unserem Objekt. Sprich, wir gehen nah heran, um ein hübsches Foto zu erzeugen, wofür ein Zoom überflüssig ist. Bei der Festbrennweite erreichen wir den Abstand zum Objekt nur durch „vor- und zurück-laufen“. Anders ist es bei einem Zoom-Objektiv, da ändern wir die Nähe zum Objekt durch ein- und aus-zoomen.

Die Zoom-Objektive eignen sich z.B. für Urlaubsreisen, oder spontane Schnappschüsse, bei denen man keine Zeit hat ewig hin und her zu probieren, bis man die perfekte Einstellung gefunden hat.

Ein wesentlicher Vorteil eines Objektives mit Festbrennweite ist, dass man mit diesem Objektiv wunderbar freistellen kann. Freistellen bedeutet, dass wir die Tiefenschärfe auf ein Minimum reduzieren können. Hier ein Beispielfoto für eine sehr geringe Tiefenschärfe, bei der wirklich nur ein ganz geringer Teil des Bildes in der Mitte scharf abgebildet ist.

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Das Foto habe ich mit einem kleinen Blendenwert von 1,8 aufgenommen. Je kleiner der Blendenwert ist, umso unschärfer wird der Hintergrund. Wenn man einen hohen Blendenwert wie z.B. 14 einstellt, dann ist auch der Hintergrund scharf abgebildet. Die meisten Kameras werden mit Kit-Objektiven geliefert, die nur ab einem Blendenwert von 3,5 beginnen. Damit kann man leider nicht so gut diesen schönen Effekt mit der Unschärfe produzieren.

Von daher rate ich persönlich dazu, einen sog. Kamera-Body zu kaufen und separat dazu ein Objektiv mit Festbrennweite. Denn auf kurz oder lang steigen die meisten ambitionierten Fotografen sowieso, von dem etwas günstigerem Kit-Objektiv, auf ein hochwertigeres um. Das Zoom-Objektiv liegt dann meist in der Schublade herum, da ein ständiges Umwechseln der Objektive auch etwas lästig ist. Natürlich gibt es auch Objektive, mit denen man zoomen und mit einer sehr geringen Blende fotografieren kann, aber diese bewegen sich dann in einer völlig anderen Preisklasse.

Vorteile einer Festbrennweite

Beim Fotografieren ist es stets das Ziel, möglichst viel Licht einzufangen, um qualitativ hochwertige Bilder zu erzeugen. Meist erkennt man sogar als Anfänger, aus dem Bauch heraus, welches ein „gutes“ Bild von einem „schlechten“ Bild unterscheidet. Die „Lichtempfindlichkeit“ spielt deshalb eine wesentliche Rolle, bei der Wahl des richtigen Objektives/Kamera. Objektive mit Festbrennweite und einer Blendenöffnung z.B. von 1,8 lassen sehr viel Licht einfallen. Wie man durch zusätzliche Lichtquellen mehr Helligkeit erzeugt, lest ihr demnächst in meinem zweiten Teil dieses Artikels.

Vorsicht jetzt wird es etwas verwirrend ☺️ auf dem folgenden Foto seht ihr den Zusammenhang zwischen der Blendenöffnung und Blendenzahl. Eine kleine Blendenzahl lässt viel Licht einfallen, man spricht also von einer weit geöffneten Blende. Meine Fotos entstehen alle mit einer weit geöffneten Blende, sprich kleiner Blendenzahl von 1,8.

Objektiv Kamera für die Foodfotografie, welche Kamera für BackfotosFoto-Quelle: Wikipedia

Je lichtempfindlicher ein Objektiv ist, desto mehr Licht kann es einfangen, weil die Blende sich viel weiter öffnen lässt, wie bei f/1,8 zu sehen ist. Nur umso teurer werden die Objektive dann leider. Von daher habe ich persönlich ein Mittelklasse-Modell gewählt welches, wie ich finde, tolle Ergebnisse erzielt. Ich fotografiere schon seit Ewigkeiten immer nur mit Nikonkameras, da mein Vater damals schon begeistert von der Qualität war. Ich bin seitdem nie auf eine andere Marke umgestiegen, da ich beim Fotografieren immer zufrieden war. Anders sieht es jedoch beim Filmen von Youtube-Videos aus.

Welche Kamera zum Filmen für Youtube-Videos verwenden?

Wie erwähnt verwende ich beim Fotografieren immer eine Nikon DSLR Kamera. Zu Beginn habe ich auch lange Zeit mit ihr gefilmt und die Ergebnisse sind auch echt ok. Allerdings habe ich dann bald selbst gemerkt, warum viele Fachleute die DSLR’s nicht zum Filmen anpreisen, sondern mehr zum Fotografieren. Warum ich dann bald auf eine Kompaktkamera umgestiegen bin hat verschiedene Gründe:

  • DSLR Kameras z.B. von Nikon sind beim Fotografieren top, aber beim Filmen hinken sie etwas hinterher. Das äußert sich im  stark „pumpenden“ Autofokus und der meist fehlenden 4K-Auflösung
  • Will man gleichzeitig eine gute DSLR zum Filmen und Fotografieren verwenden, sind diese schon fast unbezahlbar
  • Meine Nikon-Kamera besitzt keinen klappbaren Display, in dem ich den Filmausschnitt sehen kann
  • Es ist mir zu umständlich, mein Smartphone als externen Monitor hierfür zu benutzen
  • Verschiedene Fachleute schwören auf DSLR Kameras zum Fotografieren, jedoch nicht zum Filmen, da ihnen  viele Kompaktkameras voraus sind, beim Filmen

Ein wesentlicher Nachteil ist, wenn man beim Filmen keinen Bildschirm hat, in dem man den Ausschnitt sieht, den man gerade filmt. Natürlich ärgerlich, wenn man dann wie, ich im Nachhinein feststellt, dass komplette Szenen überhaupt nicht drauf waren. Dieses Problem kann man aber mit einem externen Bildschirm umgehen. Dazu schließt man z.B. sein Tablet oder Smartphone an die Kamera an und sieht den Ausschnitt, den man gerade filmt.

Der Autofokus beim Filmen mit einer DSLR ist nicht unheimlich zufriedenstellend, da er sehr langsam/ungenau fokussiert und man immer ein „Pumpen“ wahrnimmt. Leider sind die Filmaufnahmen in den unteren/mittleren Preisklassen nicht im 4K-Bereich möglich. Das bedeutet sie sind nicht so hochauflösend. Das ist zwar nicht das Hauptkriterium, weil es häufig sowieso viel viel zu lange dauert, um diese hochauflösenden 4K-Aufnahmen z.B. bei Youtube hochzuladen.

Also habe ich verschiedene Videos mit verschiedenen Kameras getestet. Und im Vergleich haben mir die Videos meiner DSLR nicht so gut gefallen wie andere Kompaktkameras, die extra auf das Filmen ausgerichtet sind. Nach etlichem Testberichten-lesen und langem Probieren ist mir dann ein Modell positiv aufgefallen. Die Kompaktkamera NX von Samsung, die in den meisten Tests am besten abgeschnitten hat.

Sie liefert brillante und hochauflösende Aufnahmen sogar im 4K-Bereich und der Autofokus ist blitzschnell und top! Das Touchdisplay ist wirklich angenehm zu bedienen und man kann sogar per Touch auf den Display auf einen bestimmten Bereich scharfstellen. Angenehm ist auch, dass man den Display nach vorne klappen kann, sodass man stets erkennt, welchen Bereich man gerade filmt.

Warum ich mir eine zweite Kamera gekauft habe, liegt auch daran, dass sie als sog. Kompaktkamera im Vergleich zu einer DSLR unheimlich handlich ist und auf Urlaubsreisen super in jede Tasche passt. Sie liefert auch gute Bilder und man kann mit dem Objektiv heranzoomen. Verwendet man damit noch in Kombination ein entsprechendes Fotobearbeitungsprogramm wie ich, z.B. Adobe Lightroom, kann man wirklich tolle Ergebnisse erzielen, wie hier zu sehen.

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*Nachtrag:

Auf das Kameramodell NX500 von Samsung muss ich nochmal etwas genauer eingehen. Das Modell wird nun nicht mehr produziert. Allerdings kann man es noch unter dem oben genannten Link bei einigen Händlern kaufen. Ich habe mich trotzdem für dieses Modell entschieden weil es mich absolut überzeugt hat und der Preis, von ehemals 749 Euro so stark reduziert wurde.

Ein eventueller Nachteil könnte sein, dass es in der Zukunft keine Objektive mehr hierfür nach zu kaufen gibt. Ich benötige jedoch kein weiteres Objektiv für diese Kamera und Samsung wird wahrscheinlich von Nikon übernommen. Von daher stimmt mich das positiv, da ich ja eh ein Nikon-Fan bin. Aber meiner Meinung nach ist es eine Top-Kamera zum Filmen, für günstiges Geld, egal ob sie noch produziert wird, oder nicht.

Falls ihr kein Modell mehr kaufen wollt, was nicht mehr produziert wird, empfehle ich die Nikon 1 J5. Von Nikon war ich bisher immer sehr positiv eingenommen. Sie macht tolle Film-Aufnahmen auch im 4K-Bereich und man kann mit ihr heranzoomen und sie macht ebenfalls tolle Bilder.

Fazit

Welches Objektiv besser oder schlechter ist, hängt also immer davon ab, was man fotografieren oder filmen möchte. Wer im Food-Bereich fotografiert und nicht filmen möchte, ist am besten mit einer DSLR Kamera und einem Objektiv mit Festbrennweite bedient. Achtet beim Kauf auf die angegebene Blendenzahl. Z.B. ab 1,8 oder 3,5. Je kleiner desto besser für die Food-Fotografie, ich mag den dabei entstehenden unscharfen Hintergrund.

Will man aber bei Youtube aktiv sein und filmen, dann liefern die DSLR Kameras zufrieden stellende Ergebnisse, die jedoch zu Beginn völlig ausreichend sind. Hier meine Empfehlung an euch:

[left]Wollt ihr den Fokus auf Bilder z.B. bei Instagram/Facebook/eurem Blog legen, dann ist eine DSLR Kamera mit Festbrennweite die optimale Lösung für euch! Und für gelegentliche Videos erzielt man auch zufriedenstellende Ergebnisse. Ich verwende dieses Objektiv und die Kamera selbst für alle meine Fotos. Wenn man auf keinen Fall auf ein Zoom-Ojektiv verzichten möchte, gibt es beides auch als Body mit Kit-Objektiv.[/left]

[right]Plant ihr Viedeos bei Youtube in einem größeren Rahmen hochzuladen, (nicht nur mal zwischendurch) dann empfiehlt sich eine Kompaktkamera, die auch gute Bilder liefert, wie z.B. die Samsung NX 500, die ich ebenfalls verwende.[/right]

Man kann natürlich auch „alles in einem“ haben, dafür muss man aber bereit sein, wesentlich mehr Geld auszugeben. Ich habe mich auf die, meiner Meinung nach, besten Alternativen einer noch günstigen-mittleren Preisklasse entschieden. In einem nächsten Artikel gehe ich auf das Equipment und meine Ausstattung ein, die ich zum Fotografieren und Filmen verwende. Schreibt mir, wenn ihr noch Fragen habt ❤️

Süße Grüße

Frau Zuckerfee
Kathi

4 Kommentare

  1. Hey Kathi☺️
    Du hast so einen tollen Beitrag geschrieben und ich auch ich habe es sehr gut verstanden Ich weiß, ich bin noch ein „Anfänger“ in der Food-Fotografie, aber ich benutze die Samsung NX 300☺️ Weißt du vielleicht was der Unterschied zwischen der NX 300 und NX 500 ist?

    Liebe Grüße Nicole❤️

    1. Hallo liebe Nicole,

      vielen Dank erstmal, das freut mich natürlich sehr…hihi. Dann hast du mit der Samsung NX 300 eine super Kamera! Sie ist das Vorgängermodell der NX 500 und ist von der Qualität auch top! Wie das immer so ist, werden ja ständig neue Versionen und Neuerungen auf den Markt gebracht. Also konkret zeigt sich das bei Dingen wie der 4-K Aufnahmemöglichkeit und der Verbesserung des Autofokus, des Sensors und des Gehäuses. Aber das macht zu Beginn auch keinen Unterschied, ich empfehle erst einmal üben, üben, üben, und dann kommen die schönen Bilder ganz von allein❤️

      Viele Grüße
      Frau Zuckerfee
      Kathi

  2. Liebe Kathi,
    wie ich dir schon auf Insta geschrieben habe, ist dieser Blogbeitrag sooo toll!!! 🙂 🙂 Viielen, vielen Dank!! 🙂
    Du hast alles so gut erklärt, dass ich es wirklich verstanden habe! 🙂
    Ich war so von deiner Filmkamera begeistert, dass ich sie mir auch gleich kaufen wollte! 😉 Der Preis hat wirklich gestimmt! Leider habe ich dann aber erfahren, dass Samsung gar keine Kameras mehr herstellt und es die Samsung NX 500 gar nicht mehr zu kaufen gibt! 🙁
    Hast du vielleicht irgendeine alternative zu der Kamera? Eine die preislich ungefähr gleich ist? Ich habe schon viel gegoogelt und auch Testberichte gelesen, da stand aber selten ob die Kameras auch zum Filmen geeignet sind. Und außerdem sind persönliche Berichte immer besser! 😉
    Viielen, vieelen Dank! 🙂 Ich freue mich schon sehr auf deinen Beitrag, in dem du über deine gesamte Ausrüstung redest, dass ist ja auch sehr wichtig:)
    Liebe Grüße Paula

    1. Hi Paula,
      liebsten Dank, das freut mich wirklich sehr, dass es interessant ist du hast Recht, Samsung zieht sich aus dem Kamera-Bereich zurück und produziert viele Modelle nicht mehr. Ich habe das Thema deshalb auch nochmal im Beitrag angepasst.
      Danke für deinen Kommentar und viele liebe Grüße, Kathi

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