Anleitung Schritt-für-Schritt die eigene Hochzeitstorte selber machen | naked cake

Bekanntlich finden zur Sommerzeit die meisten Hochzeiten statt, so hab ich regelmäßig die Möglichkeit, ein paar hübsche Hochzeitstorten zu zaubern, wie diese hier. Heute zeige ich euch, wie man Schritt-für-Schritt die eigene Hochzeitstorte selber machen kann. In der Anleitung erkläre ich euch in einer Auflistung, wie ich diesen „naked cake“ hergestellt habe.

 

1. Planung und Vorbereitung

Besonders wichtig ist eine gute Zeiteinteilung bzw. das richtige Zeitmanagement. Denn es gibt nichts Schlimmeres als Stress und Hektik am großen Tag der Hochzeit. Auch wenn die Hochzeit gegen Nachmittag stattfindet, solltet ihr die Torte dennoch mehrere Stunden zuvor komplett fertig gestellt haben, da sie vor dem Transport noch ca. eine Stunde gekühlt werden muss. Beginnt die Hochzeit schon sehr früh am Morgen, bitte den den Zeitplan für diese Torte um einen Tag nach vorne verschieben, sodass die Torte schon am Abend zuvor fertig ist.

Am besten alles vorab vorbereiten, damit ihr euch am Tag der Hochzeit lediglich um Kleinigkeiten kümmern müsst. Dazu gehört auch, abzuklären, ob ihr einen zweiten Kühlschrank organisieren könnt oder ob es möglich ist, euren Kühlschrank komplett auszuräumen, da die Torte je nach Kuchenständer ca. 40-50 cm Höhe erreicht. Dann ist es wichtig zu erfragen, welche Kühlmöglichkeiten bei der Hochzeitsfeier vorhanden sind, denn wir ihr sie bereits am Vortag liefert, muss sie natürlich kühl stehen. In den meisten größeren Restaurants gibt es einen Kühlraum, den man nutzen kann.

Macht euch auch Gedanken über den Transport der Torte. Bringt ihr sie selbst zu der Veranstaltung oder könnt ihr dafür einen Fahrer organisieren? Wie sieht es mit der Strecke aus? Schaut vorab nach den unproblematischsten Routen. Je nach Ablauf der Hochzeitsfeier wird die Torte entweder relativ früh z.B zum Sektempfang gereicht oder auch erst nach dem Essen als Dessert. Wenn man sich dann als Frau im Hochsommer fertig macht, schick anzieht und schminkt und dann noch die Torte selbst ausliefern muss, ist das relativ stressig.

Wenn ich für Hochzeiten backe, habe ich es mit meinem Mann so geregelt, dass er die Torte vorher zur Hochzeit fährt und ich sie komplett alleine backe. Dann habe ich genug Zeit, mich in Ruhe fertig zu machen, während er unterwegs ist 😀

Eine Torte wie diese hier bekommt man relativ gut in jeden Kofferraum gestellt. Ich habe dafür eine Kuchenplatte bzw. einen Kuchenständer verwendet, den man auch für mehrere Etagen nutzen kann. Es kann nicht schaden, im Hochsommer schon mal die Klimaanlage im Auto anzustellen, damit die Torte dann direkt in das gekühlte Auto geladen werden kann.

2. Biskuitböden backen (am 1. Tag)

Bei dieser Torte könnt ihr die Böden ohne Probleme 2 Tage vor der Hochzeit backen. Ich verwende stets dieses Rezept für einfachen Biskuitboden, der auch echt immer gelingt! Wichtig ist, die komplett ausgekühlten Böden gut in Frischhaltefolie einzuwickeln, sodass keine Luft mehr daran gelangt. So bleiben sie wirklich lange frisch und saftig. Nicht in den Kühlschrank stellen, sondern am besten im komplett abgekühlten Backofen stehen lassen. Die Böden werden auch noch nicht durchgeschnitten, sondern erst wenn sie weiter verarbeitet werden.

Seid ihr euch bei der Backzeit unsicher, dann nehmt sie lieber ein wenig zur früh herraus. Denn der Biskuitboden soll keine Farbe bekommen, oder gar braun werden. Wenn dies der Fall ist, dann heizt der Ofen doch zu stark.

Ich habe übrigens die Böden in 3 Formen mit den Durchmessern von: 35 cm, 26 cm und 8 cm gebacken. Jede Form habe ich 2 mal befüllt, weil ich bei der fertigen Torte jeweils eine Höhe von ca. 10 cm erreichen wollte. Das ist relativ hoch, es reicht natürlich auch wenn ihr jede Backform nur einmal befüllt. Ich verwende nur noch die Formen von PME weil ich damit einfach am zufriedensten bin.

3. Puddingbuttercreme zubereiten (am 2. Tag)

Am darauf folgenden Tag habe ich die Puddingbuttercreme zubereitet. Sie ist wirklich einfach gemacht und schmeckt toll! Es wird ein Vanillepudding gekocht und mit Butter und Frischkäse vermengt. Allerdings müsst ihr hier auf die richtige Temperatur der Zutaten achten! Denn wenn die Butter und der Pudding zu kalt sind, verbinden sich die Zutaten nicht mehr so schön und es können kleine Klümpchen entstehen. Das Rezept findet ihr übrigens ganz unten.

Ist der Pudding hingegen noch zu heiss, wenn man die Butter hinzufügt, dann trennen sich die Zutaten und die Butter wird komplett flüssig und setzt sich am Rand ab (ist mir auch schon passiert, als ich zu ungeduldig war). Aber keine Panik! Das ist überhaupt kein Problem. Ihr stellt die Schüssel dann einfach in den Kühlschrank und rührt alle paar Minuten um, bis die Masse beginnt fest zu werden. Dann könnt ihr die Creme nochmal aufschlagen.

Am besten ist es, den Pudding zum Auskühlen an einen kühlen Ort zu stellen z.B. in den Keller. Dann regelmäßig mit dem Finger die Temperatur des Puddings prüfen. Das ist die sicherste Methode und man kann die Temperatur einfach und genau feststellen. Der Pudding muss sich noch „lauwarm“ anfühlen, aber keinesfalls heiss. Die Butter muss ebenfalls weich sein. Diese wird dann kurz cremig aufgeschlagen und der Pudding nach und nach zu der Butter hinzugefügt und langsam vermischt. Zu Beginn ist die Creme noch relativ flüssig, das ändert sich aber, wenn sie später abgekühlt ist. Zum Schluss den ebenfalls zimmerwarmen Frischkäse hinzugeben.

4. Tortenböden füllen und zusammensetzen (am 2. Tag)

Nun werden die Böden gleichmäßig geschnitten. Ich mache das immer mit diesem Schneide-Werkzeug, dann ist es am einfachsten. Bei dem unteren Boden gebt ihr ein wenig von der Creme auf die Tortenunterlage, damit der Biskuitboden später nicht verrutscht. Wenn ihr den Boden dann nochmal auf eine Platte stellen wollt, dann müssst ihr unbedingt ein feuchtes Zewa oder Küchenpapier darunter legen, damit die Torte einen festen Stand hat.

Auf den Boden wird immer zuerst etwas Marmelade eurer Wahl gestrichen. Ich habe Himbeermarmelade ohne Kerne verwendet. Dann kommt die Creme darauf. Je nachdem wie dick ihr es mögt, streicht ihr sie auf z.B. bis sie einen Finger dick hoch ist oder ca. einen cm dick. Dann nehmt ihr die Beerenmischung und drückt diese in die Creme hinein, seid dabei nicht zu sparsam. Es ist nicht so schlimm, wenn die Beeren noch nicht komplett aufgetaut sind.

So verfahrt ihr dann auch mit den anderen Böden. Wichtig ist das Zusammensetzen der Torte bzw das Stapeln. Dabei benötigt ihr Tortenunterlagen wie z.B. diese und viele große/dicke Strohhalme. Wenn ihr den unteren Boden komplett gefüllt habt, dann stecht ihr die Strohhalme kreisförmig in dir Mitte der Torte, damit diese das schwere Gewicht tragen kann und nicht in sich zusammen sackt. Ihr schneidet sie auf Höhe der Torte ab. Besser einen Millimeter darüber und nicht darunter. Denn dann könnt ihr es nachher noch mit der Creme ausgleichen, falls nötig. Andersherum sieht es optisch nicht so toll aus, wenn die Torte einsackt.

Habt ihr die Strohhalme alle hinein gestochen, dann gebt ihr noch etwas von der Creme darauf, damit die zweite Etage nun darauf gesetzt werden kann. Der zweite Tortenboden (der natürlich auch auf eine Tortenunterlage gegeben wird) hat dann ebenfalls mehr Halt. Das Prinzip ist also immer das Gleiche.

Bei einem „naked cake“ wird die Torte nicht mehr komplett von außen eingestrichen. Ich habe dennoch ein wenig Creme von außen aufgetragen, aber das könnt ihr natürlich nach eurem Geschmack entscheiden. Wenn ihr sie dennoch von außen einstreichen wollt, dann solltet ihr nun eine sehr dünne Schicht auftragen. Gerade so viel, dass die Krümel  der Böden ein wenig gebunden und von der Creme aufgenommen werden, damit anschließend bei der zweiten Schicht keine Krümel mehr zu sehen sind. Dann lasst ihr sie bis zum nächsten Tag im Kühlschrank ruhen. Die restliche Creme wird in den Kühlschrank gestellt.

5. Dekorieren der Torte (am 3. Tag/Tag der Hochzeit)

Meist müsst ihr die Creme, die ihr noch übrig habt, etwas anwärmen oder etwas warten, bis sie wieder streichfähig ist. Nun könnt ihr mit der zweiten Cremeschicht beginnen und diese von außen aufstreichen. Wenn ihr mit dem „naked cake“ soweit zufrieden seid, wird er ein letztes Mal kurz gekühlt und anschließend mit frischen Beeren und Rosen oder anderen Blumen eigener Wahl dekoriert. Übrigens habe ich hier bereits einen Beitrag zu einem ganz ähnlichen naked cake geschrieben.

Bitte darauf achten, dass die Blumen unbehandelt sind und unbedingt die Stiele abwaschen, denn diese werden in die Torte gestochen. Meist reicht es, wenn ihr die Rosen auf ca. 4 cm Länge abschneidet. Diese habe ich am gleichen Tag frisch gekauft. Sie sind trotz sehr heißer Temperaturen nicht welk geworden und sahen auch noch nach Stunden frisch aus! Also müsst ihr keine Panik haben, dass die Blumen zu schnell eingehen!

Für die Deko habe ich Erdbeeren, Johannisbeeren und Blaubeeren verwendet. Aber das macht ihr nach eurem Geschmack und auch je nach Saison und Verfügbarkeit. Ich habe z.B. schon keine schönen frischen Himbeeren mehr bekommen.

Ja und den Transport habe ich ja bereits zu Beginn beschrieben. Ich hoffe meine Anleitung kann euch ein paar Tipps geben, für den Fall, dass ihr auch eine Hochzeitstorte selber machen wollt. Zum Schluss folgen noch die Bilder und ganz unten nochmal das Rezept in der Übersicht. Falls ich etwas vergessen habe, bitte in die Kommentare schreiben ❤️

Süße Grüße

Frau Zuckerfee
Kathi




Hochzeitstorte selber machen – Anleitung

Zutaten

240 g Zucker
3 l Milch
2 Glas Konfitüre/Marmelade der Wahl
ca. 100-150 g Puderzucker
6 Päckchen Vanillepudding Pulver
1000 g Butter
3 Packungen Frischkäse (z.B. Philadelphia)
1 Kg tiefgekühlte gemischte Beeren
Vanilleschote bzw. reines Vanilleextrakt
Frische Früchte für die Deko
ca. 20 Rosen

dreifache Menge dieses Biskuitboden-Rezept

Anleitung

Wenn der Biskuitteig nach Anleitung hergestellt wurde, muss er vollständig auskühlen und anschließend jeweils waagerecht 3 mal durchteilt werden.

Für die Puddingbuttercreme wird der Vanillepudding nach Anleitung gekocht und anschließend sofort mit Frischhaltefolie bedeckt und zum Abkühlen beiseite gestellt. Haben die Butter, der Frischkäse und der Pudding Zimmertemperatur angenommen, wird die Butter kurz cremig aufgeschlagen. Der Pudding wird dann löffelweise hinzugerührt. Nach Geschmack werden ca. 100-150 g Puderzucker beigemischt. Der zimmerwarme Frischkäse wird zum Schluss kurz untergerührt.

Die Tortenböden werden dünn mit Marmelade bestrichen und einer ca. 1,5 cm dicken Puddingbuttercreme-Schicht versehen. Darauf werden in kleinem Abstand die abgetropften Tiefkühlbeeren verteilt. Wer mag, kann zusätzlich zu der Marmelade noch ein wenig von dem Beerensaft auf die Böden träufeln. Die Böden zusammensetzen und leicht andrücken. Wie oben erklärt, mit Tortenböden und Strohhalmen stabilisieren.

Im Nachhinein werden die frischen Beeren noch von außen in die Cremeschicht gedrückt, damit es hübsch aussieht. Kurz vor Verzehr dekorieren und mit Puderzucker bestreuen.

Anmerkung: Die meisten Küchenmaschinen oder Mixer sind für solche Mengen nicht ausgelegt, deshalb ggf. nacheinandr zubereiten und in kleinere Portionen aufteilen.

4 Comments on Anleitung Schritt-für-Schritt die eigene Hochzeitstorte selber machen | naked cake

  1. Myriam
    10. Mai 2017 at 11:54 (2 Wochen ago)

    LIebe Zuckerfee,

    du schreibst ja, dass die Blumen auch nach Stunden nicht welk geworden sind. Ich habe nächste Woche eine ganz ähnliche Torte zu machen, die ich um 13 Uhr an der Location ablierern kann und dann dort fertig dekoriere, also Beeren und Blumen drauf. Die Torte kommt danach in die Kühlung vor Ort un diwrd um 16 Uhr angeschnitten. meinst du das klappt mit den Blüten`

    Lieben Dank und viele Grüße
    Myriam

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  2. Mella
    6. Oktober 2016 at 21:32 (8 Monaten ago)

    Liebe Zuckerfee kann ich die puddingbuttercreme am morgen zubereiten, kûhlstellen und am abend erst die torte befûllen? Oder sollte ich gleich nachdem man den frischkäse untergemischt hat,füllen?
    Lg Mella

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  3. Sarah
    28. August 2016 at 18:53 (9 Monaten ago)

    Du bist doch verrückt :-* Das würde gar nicht in meinen Ofen passen 😀

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    • frauzuckerfee
      28. August 2016 at 19:21 (9 Monaten ago)

      Haha, ja ich muss gestehen, er ging auch nur so ganz knapp zu… 😀

      Ganz viele Grüße :-*

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